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Wenns nicht schon geschrieben wäre, man müsste es erfinden: „Wenn Unternehmen twittern“ – ein Lehrstück über die Ablauforganisation in Organisationen und ein Beispiel dafür, dass sich Systeme aus Kommunikationen generieren…

impulsSEMINAR ernte.dank.fest

ernte.dank.festMit besonderer Freude weise ich auf ein aussergewöhnliches Seminar hin – passend zur Jahreszeit der Ernte und der Fülle: impulsSEMINAR ernte.dank.fest vom 16.-18.10. in Mienhof-Liebau/Österreich, angeboten von meiner Kollegin Maria Färber-Singer.  Infos hier

Ein Song um die Welt

Auch dafür Danke, Maria!

Lachen leicht gemacht

Danke an Maria, die mir diese wunderbaren Filme gezeigt hat!

In Beratungskontexten wird häufig die Frage verhandelt: „Wer trägt hier die Verantwortung?“ (für den Prozess, die Struktur, die Ergebnisse, das Gelingen, das Scheitern).

In Ausbildungskontexten zur (systemischen) Organisationsberatung ist die gleiche Frage für die Entwicklung einer beraterischen Haltung und Professionalität von OrganisationsberaterInnen bedeutsam. Die innere Einstellung, die Haltung und das Wertesystem von BeraterInnen fließen direkt und indirekt in die Beratungssituation ein und bestimmen die Kommunikation und die daraus resultierende Beziehung zwischen Kunde/Klient und BeraterIn. Wesentliche Aspekte einer systemisch orientierten Haltung von BeraterInnen sind dabei Neutralität, Neugierde, Ressourcenorientierung und Respektlosigkeit.

Je nachdem, welche Antworten auf Anfragen nach Verantwortung und Steuerung im Beratungssystem insgesamt (heimlich oder offen) verhandelt werden, entstehen unterschiedliche gegenseitige Erwartungen,  Entwicklungsperspektiven oder gar Blockaden und Hemmnisse für das Gesamtsystem.
Aus diesen Gründen macht es Sinn, das Verhältnis von Selbstverantwortung als Teil der beraterischen Grundhaltung auf der einen und der sich daraus entfaltenden Selbstorganisation des Kundensystems auf der anderen Seite näher zu beleuchten.

Die Hypothese zu diesem Verhältnis lautet: Selbstverantwortung als leitendes Haltungs- und Handlungsprinzip für das Beratungssystem ist die Voraussetzung für Selbstorganisation entlang der vorhandenen Energien und Potentiale.

Selbstverantwortung beschreibt die innere Haltung, für das eigene Handeln konsequent selbst die Verantwortung zu tragen; sie entspringt der Vorstellung vom aufgeklärten, mündigen und selbstbestimmten Menschen: Ich selbst bestimme darüber, wie ich mein Leben, meine Beziehungen, meine Arbeitskontexte, meine beraterische Rolle und Funktion gestalte; ich entscheide mich bewußt für die eine und gegen andere Optionen. Nur dann verfüge ich über meine inneren Ressourcen, entstehen Lust und Energie. Systemisch gedacht: „Nur ich kann mich bewegen“. Mit dieser bewußt so gelebten lustvollen Verantwortungsübernahme wird zudem der Begriff der „Schuld“ obsolet.

Das Prinzip der Selbstorganisation von Systemen ist eine der Grundannahmen des systemischen Denkes: Systeme entstehen und entwickeln sich aus sich selbst heraus.

Selbstorganisierte Systeme haben i. d. R. vier Eigenschaften

  1. Komplexität: Sie sind komplex, wenn ihre Teile durch wechselseitige, sich permanent ändernde Beziehungen miteinander vernetzt sind. Die Teile selbst können sich ebenfalls jederzeit verändern. Komplexität erschwert es, das Verhalten von Systemen vollständig zu beschreiben oder vorherzusehen.
  2. Selbstreferenz: Selbstorganisierende Systeme sind selbstreferentiell und weisen eine operationale Geschlossenheit auf. Das heißt, „jedes Verhalten des Systems wirkt auf sich selbst zurück und wird zum Ausgangspunkt für weiteres Verhalten“. Operational geschlossene Systeme handeln nicht aufgrund externer Umwelteinflüsse, sondern eigenständig und eigenverantwortlich aus sich selbst heraus. Selbstreferenz stellt aber keinen Widerspruch gegenüber der Offenheit von Systemen dar.
  3. Redundanz: In selbstorganisierenden Systemen erfolgt keine prinzipielle Trennung zwischen organisierenden, gestaltenden oder lenkenden Teilen. Alle Teile des Systems stellen potentielle Gestalter dar.
  4. Autonomie: Selbstorganisierende Systeme sind autonom, wenn die Beziehungen und Interaktionen, die das System als Einheit definieren, nur durch das System selbst bestimmt werden. Autonomie bezieht sich nur auf bestimmte Kriterien, da eine materielle und energetische Austauschbeziehung mit der Umwelt weiterhin besteht.

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